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Minimalismus: 3 Tipps für Einsteiger

Minimalismus ist eine bewusste Entscheidung um Platz zu schaffen und mehr Geld für

Wichtiges übrig zu haben. Verzicht fällt oft schwer, aber wenn man nur das Unnötige loswird, vermisst und bedauert man nichts. Herauszufinden was man wirklich braucht und was nicht, ist für mich der Weg zum funktionalen Minimalismus.

Wir alle stehen vor gleichen Problemen

Der Schrank platzt aus allen Nähten aber trotzdem nichts zum anziehen? Zumindest nichts was man wirklich mag. Vollgestellter Keller mit Dingen, die mal wichtig waren, aber langsam anfangen zu müffeln? Kann und will ich irgendwas davon überhaupt noch nutzen? Oder wäre ich glücklicher wenn sich das ganze Zeugs in der Luft auflösen würde.

So wird man Minimalist

Die Motivation anzufangen muss her. Die Vorteile zu sehen und diese in den Vordergrund zu rücken ist enorm hilfreich.
Zu gut, dass Minimalismus viele herausragende Vorteile hat, die einen motivieren können Minimalist zu werden.

Geld sparen ist sicherlich ein großer Motivator, aber auch die gewonnene Zeit, die man sonst mit der Verwaltung und Pflege der Besitztümer verbringen würde, ist für viele Gold wert. Man glaubt gar nicht wie viel Geld man zusätzlich ausgibt für die Dinge, die man bereits besitzt. Von extra Umzugskosten, anteiliger Miete und Putzmitteln, die man für die extra Dinge aufwendet, bis hin zum Verlust der Einnahmen, die man hätte wenn man gearbeitet hätte anstatt die Dinge zu besorgen, zu verwalten und für den Umzug ein- und auszupacken.

Vom Minimalismus erhoffen sich alle zurecht mehr an Platz, Geld, Zeit und aufgeräumte, entspannte Lebensatmosphäre. Das motiviert Minimalist zu werden, am besten gleich sofort.

Weniger ist mehr und macht glücklich

Der Belohnungseffekt vom minimalistischen Lebensstil motiviert zusätzlich, sobald man anfängt die Vorteile zu erleben. Man hat plötzlich wirklich mehr Platz um die Yogamatte auszubreiten, ohne erstmal eine halbe Stunde alles wegzuräumen zu müssen. Man sieht mehr Geld auf dem Konto weil man weniger shoppen war. Man hat Zeit die Freundin anzurufen, mit der man schon ewig nicht gesprochen hat weil man nur noch 30 Minuten lang putzt und nicht mehr den halben Sonntag.

Man kann zusätzlich durch das Ausmisten andere glücklich machen. Man hat oft tolle Dinge, wie unbenutzte Küchengeräte, die anderen viel Freude machen würden, man selbst diese aber nie nutzen würde. Sich von diesen zu trennen ist ein win-win.

Oft halten wir an Sachen fest, obwohl wir diese eigentlich nicht brauchen in der Annahme, dass wir diese doch mal bräuchten. Wahrscheinlich wird diese Situation nicht aufkommen, aber wenn doch, kann man das Küchengerät für ein paar Tage wieder von der Freundin, der man es geschenkt wieder ausleihen. Eine gut funktionierende Leihkultur unter Freunden kann Platz und Geld sparen und viele gleichzeitig glücklich machen.

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Hat geklappt!

Der Umwelt zuliebe

Jedes Ding das produziert und verkauft wird verbraucht Ressourcen. Viele dieser Ressourcen sind begrenzt und umweltschädlich. Materialien wie Plastik und Kleber, Energie aus Gas, Kohle, Atomkraft und die Verpackung können eingespart werden, wenn wir weniger kaufen. Jedes Produkt hinterlässt einen Fußabdruck auf dem Planeten während der Herstellung, beim Transport in den Laden, im Gebrauch und in der Entsorgung. Diesen dürfen wir nicht übersehen.

1. Wie möchte ich es haben

Eine Vision zu haben von einem freieren Leben mit weniger Zeugs und mehr Luft in der Wohnung kann ein Soll-Bild schaffen, auf das man hinarbeitet.

Manche sammeln gern Fotos und schaffen sich eine Pinnwand, ob digital oder mit Papierausschnitten, um eine klare Vorstellung zu haben. Man kann den Traum vom Minimalismus sich so schon mal vor Augen führen und die nächsten Schritte gezielt planen.

2. Was brauche ich wirklich

Für jemanden, der noch kein Minimalist, kann es schwer fallen zu entscheiden was weg kann und was bleiben soll. Man hängt an allem, denn ganz ohne Grund hat man kaum etwas gekauft und vielleicht sogar paar Mal benutzt.

Es gibt einige Methoden, die helfen können eine gute Entscheidung zu treffen. Bei der Konmari-Methode schaut man was einem Freude bringt und behält nur Dinge, die es gut können. Jedes Objekt unterzieht sich dabei der harten Entscheidung: löst es Freude aus oder nicht. Diese Methode ist für manche effektiv, aber kann überfordern, da relativ zeitaufwändig.

Ich finde auch, dass man dabei leicht wichtige Dinge weggeben kann, die man eigentlich braucht und dafür andere behält, die man nicht wirklich braucht. Ob etwas Freude macht oder nicht hilft nicht immer über den Nutzen eines Gegenstandes objektiv zu urteilen. Das Positive ist zugegebenermassen, dass man nach einem Wochenende eine relativ minimalistische Wohnung haben kann.

Bei der Korbmethode ist ein Wäschekorb ein Mülleimer für die unnötigen Sachen, den man in einem gewissen Zeitabschnitt, wie z.B. einem Tag, füllen muss. Danach werden die Dinge weggegeben oder weggeschmissen. Ich finde dass diese Methode sich gut für jemanden eignet, der sich langsam an Minimalsimus herantrauen will. Ein voller Korb ist jedes mal ein Meilenstein und diesen zu erreichen ist eine kleine Belohnung und motiviert dran zu bleiben.

Wer sich von Sachen absolut nicht trennen kann, könnte es mit einem Umzugskarton versuchen. Dabei alles, was man gerade nicht braucht in einem Umzugskarton verstauen und im Abstellraum, Keller oder auf dem Dachboden aufbewahren. Man kann etwas, das man vermisst dann noch rausholen, aber sollte man mehr als 1-2 Jahre es nicht benötigt haben, wird die Trennung wahrscheinlich nicht schwer fallen. Hier ist das Problem des Zwischenlagers und viele Dinge wird man paar Mal umdrehen bevor diese dann verschwinden dürfen.

3. Wie kann ich mich von Dingen trennen?

Wegschmeißen fällt schwer? Einfacher ist es Dinge zu verschenken. In Berlin sehe ich oft Kartons mit der Aufschrift „zu verschenken“ voller Haushaltsdinge, Bücher und Spielzeuge vor den Haustüren stellen. An sich eine gute Idee, die Kartons werden aber manchmal als ein Mülleimer interpretiert. Man muss sich um die Kartons selbst noch mal kümmern, wenn diese nach einem Tag immer noch da stehen. Auch leere Kartons müssen in die Tonnen wandern, sonst vermüllt man den Hauseingang.

Will man nichts verschenken, kann man auf einem Flohmarkt zu einem vernünftigen Preis so ziemlich alles loswerden was irgendwie noch funktional und sinnvoll ist. Hat man keinen Flohmarkt in der Nähe, helfen eBay-Kleinanzeigen oder eBay. Kleinanzeigen funktionieren besser wenn man verkehrsgünstig in einer größeren Stadt lebt. eBay funktioniert gut für Sachen die leicht zu verschicken sind, aber einen guten Wert haben, da man Gebühren die das Reinstellen zahlen muss sowie die Verpackung. Die Versandkosten schrecken Käufer vom Kauf kleinerer Dinge ab.
Noch eine Lösung: Spenden an Organisationen wie Rotes Kreuz. Es ist einfach, kostenlos und man gibt es an Menschen die es wirklich brauchen. Kennst du solche Organisationen in deiner Nähe?

Bücher, die helfen können mit dem Minimalsimus

4. Wie kann ich weniger kaufen?

Um das Problem des Weggebens und Aussortierens gar nicht erst entstehen zu lassen, kann man versuchen nichts zu kaufen was sinnlos sein könnte. Sehr einfach ist es natürlich nicht. Ich werde bald einige Materialien posten, die dabei helfen könnten besser zu bestimmen was nötig ist und was nicht. Abonniert das Newsletter und ich schicke euch einen Hinweis sobald diese verfügbar sind.

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Hat geklappt!

5. Was mache ich wenn ich schwach werde?

Man will selten nur für eine kurze Zeit Minimalist werden, man will auch Minimalist bleiben. Es gibt dann aber Momente, wo man etwas wirklich braucht, aber nicht zur Hand hat. Was tun? Kaufen?

In englischsprachigen Raum gibt es die „9-R-Regel„, die nachhaltigen Minimalismus unterstützt. Diese kann eine gute Entscheidungshilfe sein. Rethink, Refuse, Reduce, Reuse, Re-gift, Repair, Rent, Recycle & Rot.

Rethink heißt überdenken. Brauche ich es wirklich? Könnte ich nicht ohne?

Refuse ist das Ablehnen von unnötigem, zum Beispiel wenn dir zum Kauf von einem Kleidungsstück auch noch eine Plastiktüte angeboten wird, oder dir etwas geschenkt wird, was du nicht brauchst.

Reduce ist Reduzierung. Oft kann man eine Sache länger verwenden wenn man diese bewusster verbraucht. Toilettenpapier ist ein gutes Beispiel, oder Papier im Allgemeinen.

Regift ist das weiterverschenken. Wenn du etwas nicht brauchst oder jemand hat etwas was du brauchst, kann man sich vielleicht die Dinge gegenseitig schenken.

Repair ist das Reparieren. Oft braucht man etwas Neues weil etwas Altes kaputt ist. Sei es ein Fahrrad oder eine Hose. Kann man die Dinge vielleicht reparieren? Diese Methode hat viele meiner Schuhe gerettet und mir viel Geld gespart.

Recycle ist die Weiterverwendung von etwas, vielleicht sogar auf eine andere Art und Weise. Aus einer Flüssigwaschmittelflasche kann einen Gießkanne werden usw.

Rot ist die Verrottung von Dingen. Manches kann in den Kompost statt in den Hausmüll.

Hat man ein Problem mit dem Shopping an sich, bedarf es anderer Strategien. Wenn ihr eine persönliche psychologische Beratung zum Problem mit dem Shopping braucht, schreibt mir eine Mail an dr_ina_melny@rawismyreligion.com


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